Abschied
Abschied kommt selten gelegen.
Er unterbricht —
mitten in dem, was noch
nicht fertig war.
Er zeigt sich selten nur einmal.
Manchmal kehrt er wieder,
lange nachdem er war —
in einem Gegenstand, einem Geruch, einem Tag.
Abschied trägt mehr als ein Ende.
Er trägt alles, was davor war —
verdichtet in einem Moment,
der zu klein ist dafür.
Er richtet sich nicht immer auf Menschen.
Manchmal nimmt man Abschied
von einem Ort, einer Zeit,
einer Version seiner selbst.
Im Abschied entsteht Klarheit.
Über das, was war —
und darüber,
wie viel es bedeutet hat.
Er lässt sich nicht vorbereiten.
Eher wie ein Schnitt,
der kommt —
auch wenn man ihn kommen sah.
Abschied lässt sich nicht ungeschehen machen.
Aber er lässt sich tragen —
als das, was er ist:
ein Zeichen dafür, dass etwas zählte.
Er verändert nicht, was war.
Aber er verändert,
wie bewusst man es
beim nächsten Mal hält.
Wer Abschied kennt,
weiß, was Anwesenheit bedeutet —
weil er erfahren hat,
wie sie endet.