Akzeptanz

Akzeptanz kommt nicht durch Entschluss.
Sie entsteht leise,
wenn der Widerstand gegen das, was ist,
müder wird als das, was ist.

Sie zeigt sich selten als Kapitulation.
Manchmal als ein Atemzug,
der tiefer geht als die vorigen —
weil er nichts mehr bekämpft.

Akzeptanz bedeutet nicht Einverständnis.
Man muss nicht wollen,
was man akzeptiert —
man hört nur auf, dagegen zu arbeiten.

Sie richtet sich nicht immer auf Großes.
Manchmal ist es die Akzeptanz
eines einzigen Moments —
der sich nicht ändern lässt.

In der Akzeptanz entsteht Energie.
Die, die vorher gebraucht wurde,
um gegen etwas anzugehen,
das sich nicht bewegt.

Sie lässt sich nicht befehlen.
Eher wie ein Nachlassen,
das kommt,
wenn Erschöpfung ehrlicher wird als Hoffnung.

Akzeptanz lässt sich nicht vortäuschen.
Der Körper weiß den Unterschied —
zwischen echtem Loslassen
und unterdrücktem Widerstand.

Sie verändert nicht, was ist.
Aber sie verändert,
wie viel Raum
das Eigene noch hat.

Wer akzeptiert,
kämpft nicht weniger.
Er kämpft dort,
wo Kämpfen noch etwas bewegt.

← Alle Zustände