Albernheit

Albernheit bricht aus einem heraus.
Kein Plan, kein Anlass —
plötzlich ist man mittendrin,
und es fühlt sich richtig an.

Sie macht Erwachsene wieder leicht.
Das Gewicht der Verantwortung,
die Ernsthaftigkeit des Alltags —
für einen Moment ohne Bedeutung.

Albernheit braucht Vertrauen.
Man zeigt sich darin von einer Seite,
die nicht für jeden bestimmt ist —
die unfertige, die lachende, die ungekämmte.

Sie kommt oft zu zweit.
Ein Blick, der alles sagt.
Ein Satz, der keinen Sinn ergibt —
und trotzdem beide zum Lachen bringt.

Manchmal kommt sie allein.
In der Küche, wenn niemand zuschaut.
Im Auto, wenn ein Lied beginnt
das man viel zu laut mitsingt.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Wer albern sein will, wirkt angestrengt.
Die echte kommt von selbst —
wenn der innere Wächter kurz eingeschlafen ist.

Sie ist kein Zeichen von Unreife.
Wer sie kennt und zulässt,
hat etwas bewahrt,
das viele früh verloren haben.

Wer Albernheit kennt —
die eigene, die unzensierte —
weiß dass das Leben nicht immer
Haltung verlangt.

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