Angst

Angst ist kein Fehler.
Sie entsteht dort,
wo etwas wichtig ist —
und unsicher bleibt.

Sie zeigt sich selten nur im Kopf.
Manchmal im Atem,
manchmal in einer Enge,
die keinen Namen hat.

Angst ist nicht dasselbe wie Gefahr.
Gefahr ist außen.
Angst ist die Antwort innen —
auf das, was möglich sein könnte.

Sie richtet sich nicht immer auf etwas Konkretes.
Manchmal ist es ein Zustand,
ein Verlust, der noch nicht eingetreten ist —
aber denkbar bleibt.

In der Angst verliert die Gegenwart ihren Halt.
Was ist, tritt zurück.
Was sein könnte,
nimmt den ganzen Raum.

Sie lässt sich nicht wegdenken.
Eher wie ein Signal,
das gehört werden will —
nicht überstimmt.

Angst lässt sich nicht befehlen.
Sie entsteht, wenn Kontrolle
an ihre Grenze kommt
und das Ungewisse beginnt.

Sie verändert nicht die Zukunft.
Aber sie zeigt,
was im Inneren
als schützenswert gilt.

Wer Angst kennt,
weiß, was ihm etwas bedeutet.
Angst ist nicht das Gegenteil von Mut —
sondern seine Voraussetzung.

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