Antriebslosigkeit
Antriebslosigkeit hält einen fest.
Nicht durch Schmerz, nicht durch Hindernis —
sondern durch ein Fehlen,
das sich schwer benennen lässt.
Man weiß, was zu tun wäre.
Die Liste ist da, der Wille theoretisch auch.
Aber zwischen Wissen und Tun
liegt ein Raum, der sich nicht überbrücken lässt.
Der Körper macht mit — irgendwie.
Aber ohne Überzeugung, ohne Schwung.
Als würde er die Bewegungen kennen
und trotzdem nicht verstehen, wozu.
Erschöpfung hat sie oft geschickt.
Ein System, das zu lange zu viel gegeben hat,
stellt irgendwann die Frage
wofür eigentlich — und wartet auf eine Antwort.
Manchmal steckt Trauer dahinter.
Oder eine Leere, die noch keinen Namen hat.
Etwas das fehlt, ohne dass man genau wüsste,
was es war, als es noch da war.
Sie lässt sich nicht wegwollen.
Wer sich antreibt gegen sie,
findet Widerstand, Erschöpfung, Frust —
selten den Weg durch sie hindurch.
Manchmal reicht ein einziger kleiner Schritt.
Nicht der große, nicht der entscheidende —
nur irgendeiner, der zeigt
dass Bewegung noch möglich ist.
Wer Antriebslosigkeit kennt,
weiß dass sie selten von Faulheit handelt —
sondern von einem Menschen,
der gerade nicht weiß, wohin.