Aufbruch
Aufbruch beginnt selten mit Euphorie.
Meistens mit einem leisen Wissen —
dass das, was war,
nicht mehr reicht.
Er kündigt sich manchmal lange an.
Als Unruhe, als Sehnsucht,
als das dumpfe Gefühl,
am falschen Ort zu sein.
Wer aufbricht, lässt etwas zurück.
Nicht weil es schlecht war —
sondern weil etwas anderes
lauter geworden ist.
Er richtet sich nicht immer auf einen Ort.
Manchmal bricht man auf
in ein anderes Denken,
eine andere Art zu leben.
Im Aufbruch liegt eine seltsame Gleichzeitigkeit.
Das Alte noch spürbar —
das Neue noch nicht greifbar.
Und dazwischen: der erste Schritt.
Er lässt sich nicht erzwingen durch Entschluss allein.
Aufbruch geschieht,
wenn das Bleiben
schwerer wird als das Gehen.
Er verlangt kein Ziel.
Manchmal reicht eine Richtung —
und das Vertrauen,
dass sie trägt.
Wer aufgebrochen ist,
erinnert sich später —
nicht an die Angst davor,
sondern an das Gewicht, das danach fiel.