Ausgelassenheit

Ausgelassenheit bricht aus.
Nicht laut, nicht immer —
aber sie lässt sich nicht
in Form halten.

Sie kommt aus einem Überschuss an Leichtigkeit.
Einem Moment, in dem das Gewicht des Alltags
kurz vergisst, da zu sein —
und der Körper das sofort weiß.

Sie zeigt sich im Lachen, das zu lang wird.
In der Bewegung, die keinen Zweck hat.
Im Satz, den man so nie geplant hatte —
und der genau deshalb stimmt.

Ausgelassenheit braucht Vertrauen.
Man kann sie nicht vor Fremden zeigen.
Oder doch — aber dann ist es
ein besonderer Moment der Verbindung.

Sie hat nichts mit Alter zu tun.
Wer sie verloren hat, hat sie weggepackt.
Irgendwann, als es wichtiger wurde,
kontrolliert zu wirken als wirklich da zu sein.

Sie lässt sich nicht planen.
Wer einen ausgelassenen Abend organisiert,
bekommt einen netten Abend.
Ausgelassenheit entsteht im Zwischenraum.

Manchmal reicht ein einziger Moment —
ein Blick, ein Wort, ein Geräusch.
Und plötzlich ist sie da,
als hätte sie nur gewartet.

Wer Ausgelassenheit kennt —
die echte, die unkontrollierte —
weiß dass es Zustände gibt,
in denen man sich selbst wieder begegnet.

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