Begeisterung
Begeisterung reißt mit.
Man entscheidet sich nicht für sie —
sie entscheidet sich für einen,
und man folgt.
Sie beginnt im Kopf und landet im Körper.
Oder umgekehrt.
Ein Gedanke, der Fahrt aufnimmt.
Ein Gefühl, das plötzlich Richtung hat.
Sie macht schneller, lauter, größer.
Nicht aus Anstrengung —
sondern weil etwas von innen drängt,
das sich nicht bremsen lässt.
Begeisterung braucht einen Funken.
Ein Buch, ein Gespräch, eine Idee.
Aber der Funken allein genügt nicht —
es braucht trockenes Holz.
Sie verändert, wie man sieht.
Was vorher grau war, bekommt Kontur.
Was vorher unmöglich schien,
wird plötzlich nur noch unerledigt.
Manchmal hält sie Tage an.
Manchmal Stunden.
Wie lange, spielt keine Rolle —
was sie hinterlässt, bleibt länger.
Sie lässt sich wecken, aber nicht befehlen.
Wer begeistert wirken will, wirkt angestrengt.
Die echte kommt ungefragt —
und verwandelt alles, was sie berührt.
Wer Begeisterung kennt,
weiß dass es Zustände gibt, in denen
der Mensch über sich selbst hinauswächst —
nicht durch Willen, sondern durch Feuer.