Behaglichkeit

Behaglichkeit stellt sich ein.
Man kann sie nicht herstellen —
aber man merkt sofort,
wenn sie da ist.

Sie hat eine Temperatur.
Nicht zu warm, nicht zu kühl.
Den richtigen Abstand zur Welt —
nah genug, um sie zu spüren, weit genug, um zu atmen.

Behaglichkeit ist nicht dasselbe wie Bequemlichkeit.
Bequemlichkeit vermeidet Reibung.
Behaglichkeit braucht sie nicht —
sie ist bereits angekommen, wo sie sein will.

Sie zeigt sich in Räumen.
In einem Sessel, der die Form des Körpers kennt.
In Licht, das nicht zu viel verlangt.
In Stille, die nicht drückt.

Manchmal ist sie an Orte gebunden.
An eine Küche, an einen Geruch, an eine Jahreszeit.
Der Herbst kann sie bringen —
wenn draußen etwas endet und drinnen etwas beginnt.

Manchmal ist sie an Menschen gebunden.
An die Art, wie jemand schweigt.
An das Gefühl, nichts erklären zu müssen —
einfach da zu sein, so wie man ist.

Sie lässt sich nicht befehlen.
Wer sie zu sehr einrichtet, verliert sie.
Sie braucht einen Rest Ungeplantheit —
das Unvorhergesehene, das sich gut anfühlt.

Wer Behaglichkeit kennt,
weiß dass es Momente gibt,
in denen die Welt genau die richtige Größe hat —
und man selbst auch.

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