Chaos

Chaos hat keinen Plan.
Das ist nicht sein Fehler —
sondern das, was es
so schwer auszuhalten macht.

Es kommt selten allein.
Manchmal reißt es alles mit —
Ordnung, Gewissheit, den Boden
unter dem, was sicher schien.

Wer im Chaos steht, sucht Halt.
Nicht weil er schwach ist —
sondern weil Halt
das Erste ist, was fehlt.

Es richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal ist es innen —
ein Durcheinander von Gefühlen,
das sich nicht ordnen lässt.

Im Chaos liegt eine rohe Energie.
Ungeformt, ungerichtet —
aber lebendig
auf eine Weise, die Ordnung nie ist.

Es weicht nicht dem Willen zur Kontrolle.
Eher einem Loslassen —
das nicht aufgibt,
sondern aufhört zu kämpfen.

Chaos ist oft der Zustand
kurz vor einer Verwandlung.
Was sich neu ordnet,
muss sich erst auflösen.

Wer Chaos überlebt hat,
trägt eine Kenntnis —
dass er mehr aushält,
als er dachte.

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