Dankbarkeit

Dankbarkeit ist keine Übung.
Sie entsteht dort,
wo etwas wahrgenommen wird —
bevor es selbstverständlich wird.

Sie zeigt sich selten feierlich.
Manchmal in einem Licht,
das gerade stimmt —
und einen Moment hält.

Dankbarkeit ist nicht dasselbe wie Zufriedenheit.
Zufriedenheit ruht.
Dankbarkeit sieht —
was gerade da ist.

Sie richtet sich nicht immer auf Großes.
Manchmal auf einen Morgen,
der ohne Ankündigung
gut beginnt.

In der Dankbarkeit verändert sich der Maßstab.
Nicht was fehlt, zählt.
Sondern was trägt —
still und ohne Aufhebens.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Innehalten,
das entsteht,
wenn Eile nachlässt.

Dankbarkeit lässt sich nicht auflisten.
Sie entsteht, wenn Aufmerksamkeit
bei dem bleibt,
was wirklich da ist.

Sie verändert nicht die Umstände.
Aber sie verändert,
was davon
gesehen wird.

Wer dankbar ist,
sucht nicht mehr.
Er findet —
im Vorhandenen.

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