Druck

Druck kommt selten von außen allein.
Oft ist der lauteste
der, den man sich selbst macht —
bevor jemand anderes etwas sagt.

Er zeigt sich selten als einzelne Quelle.
Manchmal sind es viele auf einmal —
die zusammen schwerer wiegen
als jede einzeln.

Druck trägt mehr als Stress.
Stress reagiert auf Umstände.
Druck sitzt tiefer —
in dem, was man von sich erwartet.

Er richtet sich nicht immer auf Leistung.
Manchmal ist es der Druck,
der Richtige zu sein,
das Richtige zu fühlen, das Richtige zu wollen.

Unter Druck verändert sich Wahrnehmung.
Was lösbar war, wirkt unlösbar.
Was Zeit hatte,
wirkt plötzlich dringend.

Er lässt sich nicht wegdenken durch Vernunft.
Eher wie ein Gewicht,
das sich verteilt —
wenn man aufhört, es alleine zu tragen.

Druck lässt sich nicht ignorieren.
Er entsteht, wenn Anspruch
und Kapazität
auseinanderdriften.

Er verändert nicht, was gefordert wird.
Aber er verändert,
wie viel davon
wirklich von einem kommt.

Wer Druck kennt,
fragt irgendwann:
Wessen Erwartung ist das —
und muss ich ihr folgen?

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