Erfüllung

Erfüllung kommt leise.
Ohne Fanfare, ohne Ankündigung —
ein Moment, in dem man merkt,
dass etwas stimmt.

Sie hat nichts mit Erfolg zu tun.
Erfolg will bestätigt werden.
Erfüllung braucht niemanden —
sie trägt sich selbst.

Manchmal kommt sie am Ende von etwas.
Nach langer Arbeit, nach einem schwierigen Weg.
Der Körper lässt nach,
und in diesem Nachlassen liegt sie.

Manchmal kommt sie mitten im Alltag.
An einem Tisch, bei einem Gespräch.
In dem Gefühl, dass dieser Moment
genau so sein sollte, wie er ist.

Sie stellt keine Forderungen.
Wer erfüllt ist, sucht nicht weiter.
Nicht weil er aufgehört hätte zu leben —
sondern weil das Suchen kurz pausiert.

Sie hält sich nicht lange.
Das gehört zu ihr.
Wer das weiß, genießt sie anders —
vollständiger, ohne Festhalten.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Wer nach ihr greift, greift vorbei.
Sie entsteht im Rückblick, im Innehalten,
im unerwarteten Jetzt.

Wer Erfüllung kennt —
auch nur kurz, auch nur einmal —
trägt eine Gewissheit in sich,
die kein Zweifel ganz auslöschen kann.

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