Flow

Flow kommt nicht auf Abruf.
Man bereitet sich vor, man beginnt —
und irgendwann, ohne dass man es bemerkt,
ist man nicht mehr derjenige, der arbeitet.

Die Arbeit arbeitet.
Der Gedanke denkt sich selbst.
Die Hand bewegt sich, bevor der Kopf
entschieden hat, wohin.

Zeit verhält sich anders im Flow.
Nicht langsamer, nicht schneller —
sie hört auf, eine Rolle zu spielen.
Was zählt, ist nur das, womit man beschäftigt ist.

Flow und Konzentration sind verschieden.
Konzentration kostet Kraft, verlangt Willen.
Flow schenkt Kraft —
man kommt heraus und hat mehr als vorher.

Er entsteht an der Grenze zwischen Können und Herausforderung.
Zu leicht — und man schweift ab.
Zu schwer — und man verkrampft.
Genau dazwischen öffnet sich der Raum.

Manchmal findet man ihn in der Arbeit.
Manchmal im Sport, im Spiel, im Gespräch.
Der Auslöser ist beliebig —
der Zustand ist immer derselbe.

Er lässt sich nicht erzwingen.
Wer in den Flow will, verlässt ihn.
Er braucht Vergessenheit —
das Aufhören, sich selbst zu beobachten.

Wer Flow kennt,
weiß dass es Zustände gibt, in denen
der Mensch und seine Aufgabe
für einen Moment dasselbe sind.

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