Geborgenheit

Geborgenheit lässt sich nicht einrichten.
Sie entsteht nicht durch Möbel,
nicht durch Schlösser —
sondern durch das, was innen hält.

Sie zeigt sich selten auf Bestellung.
Manchmal in einem Geruch,
der plötzlich erinnert —
an einen Ort, an dem man sicher war.

Geborgenheit ist nicht dasselbe wie Sicherheit.
Sicherheit schützt von außen.
Geborgenheit trägt von innen —
auch wenn außen nichts stimmt.

Sie richtet sich nicht immer auf Menschen.
Manchmal entsteht sie
in einem Raum, einer Stunde,
einem Ritual, das verlässlich ist.

In der Geborgenheit entsteht Atem.
Der, der tiefer geht —
weil nichts verteidigt,
nichts bewiesen werden muss.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Ankommen,
das geschieht,
wenn Wachsamkeit nachlässt.

Geborgenheit lässt sich nicht festhalten.
Aber sie hinterlässt etwas —
das Wissen, dass sie möglich ist,
und wo sie wartet.

Sie verändert nicht die Umstände.
Aber sie verändert,
wie viel Kraft bleibt —
für das, was draußen wartet.

Wer Geborgenheit kennt,
trägt sie mit —
als einen stillen Ort,
der immer erreichbar bleibt.

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