Geduld
Geduld ist keine passive Tugend.
Sie entsteht dort,
wo man weitermacht —
ohne zu wissen, wann es endet.
Sie zeigt sich selten bequem.
Manchmal als ein Aushalten,
das keine Belohnung kennt —
und trotzdem nicht aufgibt.
Geduld ist nicht dasselbe wie Warten.
Warten hofft auf ein Ende.
Geduld hat sich entschieden —
unabhängig davon, wann es kommt.
Sie richtet sich nicht immer auf andere.
Manchmal braucht man Geduld
mit sich selbst —
mit dem eigenen Tempo, dem eigenen Weg.
In der Geduld entsteht eine stille Kraft.
Nicht die laute —
sondern eine, die trägt,
ohne sich zu verbrauchen.
Sie lässt sich nicht aufsetzen.
Eher wie ein Boden,
der sich zeigt,
wenn Ungeduld ihren Atem verliert.
Geduld lässt sich nicht befehlen.
Sie entsteht, wenn man aufgehört hat,
gegen die Zeit
zu arbeiten.
Sie verändert nicht, was kommt.
Aber sie verändert,
in welchem Zustand man ist,
wenn es ankommt.
Wer Geduld kennt,
kämpft nicht gegen das Tempo der Dinge.
Er hat gelernt,
im eigenen zu bleiben.