Haltung

Haltung ist keine Meinung.
Sie entsteht dort,
wo Werte
zu Handlungen werden.

Sie zeigt sich selten in Worten.
Manchmal in einer Entscheidung,
die niemand sieht —
und die trotzdem getroffen wird.

Haltung ist nicht dasselbe wie Sturheit.
Sturheit hält fest.
Haltung bleibt —
auch wenn sie sich bewegt.

Sie richtet sich nicht immer gegen etwas.
Manchmal ist sie das stille Ja
zu dem, was man ist —
ohne es erklären zu müssen.

In der Haltung entsteht Verlässlichkeit.
Nicht für andere —
sondern für das Eigene,
das sich selbst kennt.

Sie lässt sich nicht aufsetzen.
Eher wie ein Boden,
der sich zeigt,
wenn Druck entsteht.

Haltung lässt sich nicht vortäuschen.
Sie entsteht, wenn das Innere
und das Äußere
dieselbe Sprache sprechen.

Sie verändert nicht die Umstände.
Aber sie verändert,
wer man in ihnen
bleibt.

Wer Haltung hat,
braucht keine Zustimmung.
Er weiß bereits,
wofür er steht.

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