Heimeligkeit
Heimeligkeit ist Geborgenheit mit Adresse.
Ein bestimmter Raum, ein bestimmtes Licht —
das Gefühl, dass hier
alles an seinem Platz ist.
Sie riecht nach etwas.
Nach Holz, nach Wachs, nach Essen das schon lange köchelt.
Nach dem, was man kennt —
und das einen kennt.
Sie entsteht nicht durch Einrichtung allein.
Man kann einen perfekten Raum haben
und ihn nicht heimelig finden.
Und in einer schlichten Küche ankommen wie nirgendwo sonst.
Heimeligkeit und Geborgenheit sind verwandt —
aber Geborgenheit kann überall entstehen.
Heimeligkeit braucht einen Ort —
einen, der Geschichte trägt.
Sie zeigt sich in Wiederkehr.
Der Moment, wenn man nach langer Zeit
einen vertrauten Raum betritt —
und der Körper sofort nachlässt.
Manchmal ist sie an Menschen gebunden.
An die Art, wie jemand einen Raum bewohnt.
An Gewohnheiten, die man kennt —
die Tasse, der Platz, das Licht am Abend.
Sie lässt sich nicht herstellen durch Deko.
Was heimelig ist, ist es durch Zeit —
durch Momente, die sich eingeschrieben haben
in Wände, Gerüche, Licht.
Wer Heimeligkeit kennt,
weiß dass Zuhause kein Ort ist —
sondern ein Gefühl,
das man manchmal an den unwahrscheinlichsten Orten findet.