Hilflosigkeit

Hilflosigkeit nimmt die Hände weg.
Man will — aber es gibt nichts zu tun.
Oder was es gibt,
reicht nicht aus.

Sie entsteht an den Grenzen der eigenen Möglichkeiten.
Wenn jemand leidet, dem man nicht helfen kann.
Wenn etwas passiert, das sich nicht aufhalten lässt.
Wenn der Wille da ist — und die Mittel fehlen.

Der Körper sucht trotzdem nach Bewegung.
Eine Geste, ein Wort, irgendetwas —
als könnte Aktivität
das Gefühl des Ausgeliefertseins überdecken.

Ohnmacht trägt sie in sich —
aber Hilflosigkeit ist persönlicher.
Ohnmacht erfasst einen selbst.
Hilflosigkeit entsteht, wenn man für jemand anderen nicht genug sein kann.

Manchmal richtet sie sich nach innen.
Wenn man sich selbst nicht helfen kann —
sich selbst nicht aus einem Zustand befreien,
den man längst verlassen wollte.

Sie verlangt eine schwierige Haltung.
Das Aushalten des Nichttuns —
das Dasein ohne Lösung,
das Bleiben ohne Versprechen.

Sie lässt sich nicht weghandeln.
Wer zu schnell in Aktionismus verfällt,
umgeht sie nur —
und findet sie später wieder, unverarbeitet.

Wer Hilflosigkeit kennt —
die eigene, die ausgehaltene —
weiß dass Dasein ohne Lösung
manchmal das Größte ist, was man geben kann.

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