Hingabe

Hingabe ist keine Aufgabe des Selbst.
Sie entsteht dort,
wo etwas so wichtig wird,
dass der Rest zurücktritt.

Sie zeigt sich selten dramatisch.
Manchmal in einer Stunde,
die vergeht —
ohne dass man es bemerkt.

Hingabe ist nicht dasselbe wie Verlust.
Verlust nimmt etwas weg.
Hingabe gibt —
und fühlt sich dabei vollständig an.

Sie richtet sich nicht immer auf Menschen.
Manchmal auf eine Arbeit,
einen Klang,
einen Moment, der alles andere vergessen lässt.

In der Hingabe entsteht eine eigene Zeit.
Nicht schneller, nicht langsamer —
sondern so dicht,
dass nichts fehlt.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Öffnen,
das geschieht,
wenn Kontrolle nachlässt.

Hingabe lässt sich nicht planen.
Sie entsteht, wenn etwas
größer wird
als die eigene Vorsicht.

Sie verändert nicht, was ist.
Aber sie verändert,
wie vollständig
man darin ist.

Wer sich hingegeben hat,
kennt den Unterschied —
zwischen Anwesenheit
und wirklichem Dasein.

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