Hochstimmung
Hochstimmung trägt einen über den Tag hinaus.
Nicht weil alles gut wäre —
sondern weil in diesem Zustand
das Gute lauter ist als das Schwere.
Sie färbt alles ein.
Dieselben Menschen, dieselben Aufgaben —
aber alles hat plötzlich mehr Farbe,
mehr Leichtigkeit, mehr Möglichkeit.
Manchmal kommt sie aus einem Ereignis.
Eine Nachricht, ein Erfolg, ein Gespräch
das so war, wie man es sich gewünscht hatte —
und der Körper feiert noch Stunden danach.
Manchmal kommt sie grundlos.
Ein Morgen, der sich anders anfühlt.
Eine Energie, die einfach da ist —
unerklärt, ungebeten, willkommen.
Hochstimmung und Übermut sind verwandt —
aber Übermut drängt nach außen.
Hochstimmung kann auch still sein —
ein inneres Leuchten, das niemand sehen muss.
Sie verändert den Umgang mit anderen.
Man gibt großzügiger, hört geduldiger,
verzeiht schneller —
weil man aus einem Überschuss heraus agiert.
Sie dauert nicht ewig.
Wer das weiß, hält sie anders —
genießt sie vollständig, ohne sie festzuhalten,
ohne Angst vor dem Ende.
Wer Hochstimmung kennt,
weiß dass es Tage gibt, an denen das Leben
sich von seiner besten Seite zeigt —
und dass man solche Tage verdient hat.