Innehalten

Innehalten geschieht selten freiwillig.
Meistens erzwingt es sich —
in dem Moment, in dem der Körper
nicht mehr mitmacht.

Es zeigt sich selten als Stärke.
Dabei braucht es mehr davon
als Weitermachen —
weil es dem Drang widersteht.

Wer innehält, verliert keine Zeit.
Er gewinnt den Blick —
auf das, was er im Laufen
nicht mehr sehen konnte.

Es richtet sich nicht immer auf Erschöpfung.
Manchmal hält man inne
mitten im Guten —
um es wirklich zu spüren, bevor es vorbei ist.

Im Innehalten entsteht eine seltene Klarheit.
Nicht die des Denkens —
sondern die des Körpers,
der weiß, was er braucht.

Es lässt sich nicht aufschieben.
Wer zu lange wartet,
bis er innehält,
hält irgendwann unfreiwillig inne.

Innehalten ist kein Aufgeben.
Es ist das Gegenteil —
die Entscheidung, sich selbst
nicht zu verlieren im Weitergehen.

Wer es kennt,
baut es ein —
nicht als Ausnahme,
sondern als Teil des Weges.

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