Konfusion

Konfusion dreht sich im Kreis.
Man sucht einen Anfang —
und findet nur weitere Fragen,
die keine Richtung haben.

Sie entsteht, wenn zu viel gleichzeitig kommt.
Zu viele Informationen, zu viele Stimmen,
zu viele Möglichkeiten —
und keine davon mit klarer Kontur.

Der Kopf arbeitet, aber ohne Ergebnis.
Er sortiert, verwirft, beginnt neu.
Was eben noch klar schien,
löst sich beim nächsten Gedanken auf.

Konfusion und Ratlosigkeit sind verschieden.
Ratlosigkeit weiß, dass sie keine Antwort hat.
Konfusion weiß nicht einmal,
was die Frage ist.

Manchmal kommt sie nach zu viel Input.
Nach Gesprächen die einander widersprechen.
Nach Entscheidungen, die sich gegenseitig ausschließen.
Der Geist hat das Sortieren aufgegeben.

Manchmal kommt sie aus dem Inneren.
Wenn man selbst nicht mehr weiß, was man will.
Was man fühlt, was man denkt —
und ob das, was man denkt, wirklich man selbst ist.

Sie löst sich selten durch mehr Nachdenken.
Was verwirrt ist, braucht Abstand —
Schlaf, Bewegung, Stille.
Einen Moment, in dem man aufhört zu suchen.

Wer Konfusion kennt,
weiß dass Klarheit manchmal nicht erarbeitet wird —
sondern entsteht,
wenn man den Widerstand gegen die Unklarheit aufgibt.

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