Kontrolle
Kontrolle verspricht Sicherheit.
Aber was sie wirklich gibt,
ist das Gefühl —
dass Sicherheit möglich wäre.
Sie zeigt sich selten als das, was sie ist.
Manchmal als Planung,
als Perfektionismus,
als Unfähigkeit, loszulassen.
Das Bedürfnis nach Kontrolle entsteht nicht aus Stärke.
Es entsteht dort,
wo Unsicherheit
unerträglich geworden ist.
Es richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal kontrolliert man
sich selbst am strengsten —
Gefühle, Reaktionen, das eigene Gesicht.
In der Kontrolle entsteht Erschöpfung.
Weil sie niemals fertig ist.
Weil immer etwas bleibt,
das sich nicht fügt.
Sie lässt sich nicht einfach ablegen.
Eher wie ein Griff,
der sich löst —
wenn Vertrauen größer wird als Angst.
Kontrolle lässt sich nicht überwinden durch Nachdenken.
Sie entsteht, wenn etwas
sicherer wirkt als es ist —
und weicht, wenn Sicherheit woanders gefunden wird.
Sie verändert nicht, was unkontrollierbar bleibt.
Aber sie verändert,
wie viel Energie
dafür aufgewendet wird.
Wer loslässt,
verliert nicht den Überblick.
Er gewinnt den Blick
auf das, was wirklich steuerbar ist.