Lebendigkeit

Lebendigkeit lässt sich nicht planen.
Sie bricht ein —
mitten in einem gewöhnlichen Moment,
der plötzlich alles andere übersteigt.

Sie zeigt sich selten auf Bestellung.
Manchmal in einem Lachen,
das man nicht kommen sah —
und das länger bleibt als erwartet.

Lebendigkeit trägt mehr als Energie.
Energie lässt sich messen.
Lebendigkeit ist das Gefühl,
dass das Leben durch einen hindurchgeht.

Sie richtet sich nicht immer auf Freude.
Manchmal entsteht sie
mitten im Schmerz —
weil beides zeigt, dass man wirklich da ist.

In der Lebendigkeit verschwindet Distanz.
Zu anderen, zur Welt,
zu sich selbst —
alles rückt näher.

Sie lässt sich nicht festhalten.
Eher wie ein Strom,
dem man sich überlassen kann —
oder dem man widersteht.

Lebendigkeit lässt sich nicht erzwingen.
Sie entsteht, wenn man aufhört,
das Leben von außen
zu betrachten.

Sie verändert nicht die Umstände.
Aber sie verändert,
wie vollständig man
in ihnen ist.

Wer Lebendigkeit kennt,
sucht sie nicht im Außergewöhnlichen.
Er findet sie dort,
wo er wirklich anwesend ist.

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