Lebhaftigkeit

Lebhaftigkeit ist Energie, die sichtbar wird.
Nicht weil man sie zeigen will —
sondern weil sie sich
nicht verbergen lässt.

Sie steckt in der Stimme,
in der Geste, im Tempo der Gedanken.
Der Körper macht mit, ohne gefragt zu werden —
er ist einfach dabei, vollständig.

Lebhaftigkeit und Lautstärke sind verschieden.
Man kann laut sein ohne Leben darin.
Und man kann leise sein —
und trotzdem jeden Raum damit füllen.

Sie kommt aus Interesse.
Wer wirklich neugierig ist, wer wirklich dabei ist,
trägt diese Qualität nach außen —
unwillkürlich, ungesteuert.

Manchmal ist sie ansteckend.
Ein Gespräch, das durch sie Fahrt aufnimmt.
Ein Abend, der durch eine einzige Person
eine andere Temperatur bekommt.

Manchmal ist sie erschöpfend —
für andere, die gerade weniger können.
Lebhaftigkeit braucht ein Gegenüber,
das ihr standhält oder sie auffängt.

Sie lässt sich nicht simulieren.
Wer lebhaft wirken will, strengt sich an.
Die echte kommt aus einem Zustand —
aus Präsenz, aus Begeisterung, aus Lebendigkeit.

Wer Lebhaftigkeit kennt —
die eigene, die ungebremste —
weiß dass sie ein Geschenk ist,
das man pflegen und manchmal auch zügeln muss.

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