Leere
Leere ist nicht nichts.
Sie ist das Gefühl,
dass dort etwas sein sollte —
und es nicht ist.
Sie kommt manchmal nach Verlust.
Manchmal ohne Vorwarnung —
mitten in einem Leben,
das von außen voll aussieht.
Wer Leere kennt, weiß:
sie lässt sich nicht füllen durch Beschäftigung.
Was man hineingießt,
fließt durch sie hindurch.
Sie fordert keine Erklärung.
Aber sie verlangt Aufmerksamkeit —
die Bereitschaft, bei ihr zu sitzen,
ohne sofort etwas dagegen zu tun.
Manchmal ist Leere ein Zwischenzustand.
Das Ende von etwas,
das noch nicht weiß,
was als nächstes kommt.
Sie weicht nicht dem Lärm.
Eher einer Stille,
die tief genug ist,
um zu hören, was fehlt.
Leere ist kein Versagen des Gefühls.
Manchmal ist sie das Gefühl —
das entsteht, wenn man aufgehört hat,
sich selbst zu übertönen.
Wer in der Leere bleibt,
ohne sie zu füllen,
entdeckt manchmal,
dass sie Raum ist — nicht Mangel.