Leichtigkeit
Leichtigkeit ist keine Oberflächlichkeit.
Sie entsteht dort,
wo Schwere nicht mehr
das letzte Wort hat.
Sie zeigt sich selten dauerhaft.
Manchmal in einem Morgen,
der ohne Gewicht beginnt —
und es eine Weile nicht aufnimmt.
Leichtigkeit ist nicht dasselbe wie Sorglosigkeit.
Sorglosigkeit weiß nichts.
Leichtigkeit weiß —
und trägt es anders.
Sie richtet sich nicht immer auf Freude.
Manchmal ist sie nur ein Schritt,
der leichter fällt
als der vorige.
In der Leichtigkeit entsteht Bewegung.
Nicht weil alles einfach ist —
sondern weil der Widerstand
gerade schweigt.
Sie lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Nachlassen,
das kommt,
wenn man aufhört zu drücken.
Leichtigkeit lässt sich nicht festhalten.
Sie entsteht, wenn Erwartung
und Wirklichkeit
für einen Moment übereinstimmen.
Sie verändert nicht die Last.
Aber sie verändert,
wie man sich
zu ihr verhält.
Wer Leichtigkeit kennt,
hat sie nicht immer.
Aber er weiß,
dass sie möglich ist.