Loslassen
Loslassen ist kein aktiver Schritt.
Es beginnt dort,
wo Festhalten nicht mehr trägt.
Oft geschieht es leise.
Nicht als Entscheidung,
sondern als Nachlassen von Spannung.
Was gehalten wurde,
verliert an Druck.
Nicht weil es unwichtig wird,
sondern weil es sich erschöpft hat.
Loslassen bedeutet nicht,
etwas abzuwerten.
Sondern anzuerkennen,
dass es keinen Halt mehr gibt.
Viele versuchen,
Loslassen zu erzwingen.
Doch es entzieht sich dem Zugriff,
solange Widerstand bleibt.
Im Loslassen entsteht kein Verlust.
Es entsteht Raum,
der zuvor besetzt war.
Was geht,
hinterlässt keine Leere,
sondern eine Verschiebung,
die still weiterwirkt.
Loslassen geschieht nicht im Kopf.
Es zeigt sich im Körper,
im Atem,
in einer Bewegung, die weicher wird.
Wer loslässt,
verliert nichts,
sondern hört auf,
gegen etwas zu arbeiten.