Maske

Maske ist nicht immer Täuschung.
Manchmal ist sie Schutz —
das Einzige, was möglich war,
bevor man wusste, wer man ist.

Sie entsteht früh.
Oft bevor man versteht, was man tut —
als Antwort auf das, was erwartet wurde,
und nicht auf das, was man war.

Wer lange eine Maske trägt,
vergisst manchmal,
dass sie eine ist —
weil das Gesicht darunter sich fremd anfühlt.

Sie richtet sich nicht immer gegen andere.
Manchmal trägt man sie
vor sich selbst —
um nicht sehen zu müssen, was dahinter ist.

Das Ablegen einer Maske ist kein Triumph.
Es ist ein Moment der Verletzlichkeit —
in dem man nicht weiß,
ob das Eigene willkommen ist.

Sie fällt selten auf einmal.
Eher Schicht für Schicht —
in Momenten, in denen
jemand wirklich hinschaut.

Maske und Gesicht schließen sich nicht aus.
Manchmal ist die Rolle,
die man spielt,
auch ein Teil von dem, wer man ist.

Wer seine Masken kennt,
trägt sie bewusster.
Und weiß, wann er sie
ablegen darf.

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