Mut
Mut ist keine Abwesenheit von Angst.
Er entsteht dort,
wo etwas wichtiger wird
als das Zögern.
Er zeigt sich selten heroisch.
Manchmal in einem Satz,
der gesagt wird —
obwohl er unbequem ist.
Mut ist nicht dasselbe wie Risikobereitschaft.
Risikobereitschaft kalkuliert.
Mut handelt —
obwohl der Ausgang offen bleibt.
Er richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal ist es der Mut,
stillzuhalten —
wenn alles zur Flucht drängt.
Im Mut entsteht keine Sicherheit.
Aber eine Richtung —
die trägt,
solange man ihr folgt.
Er lässt sich nicht ansparen.
Eher wie ein Schritt,
der nur im Gehen
möglich wird.
Mut lässt sich nicht befehlen.
Er entsteht, wenn das Eigene
schwerer wiegt
als die Meinung der anderen.
Er verändert nicht die Umstände.
Aber er verändert,
wer man ist —
nachdem man ihn hatte.
Wer mutig war,
erinnert sich nicht an die Angst.
Sondern an den Moment,
in dem sie nicht mehr entschied.