Neuanfang
Neuanfang ist kein leeres Blatt.
Er entsteht dort,
wo das Vorherige
noch spürbar ist — und trotzdem endet.
Er zeigt sich selten festlich.
Manchmal als ein Morgen,
der sich anfühlt wie der erste —
obwohl es viele gab.
Neuanfang ist nicht dasselbe wie Vergessen.
Was war, bleibt.
Aber es bestimmt nicht mehr,
was als nächstes möglich ist.
Er richtet sich nicht immer auf Großes.
Manchmal beginnt er
in einer kleinen Entscheidung —
die niemand außer einem selbst bemerkt.
Im Neuanfang entsteht Offenheit.
Nicht die leichte —
sondern eine, die weiß,
was sie hinter sich lässt.
Er lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Atemzug,
der tiefer geht
als die vorigen.
Neuanfang lässt sich nicht planen.
Er entsteht, wenn das Festhalten
erschöpfter ist
als die Ungewissheit des Neuen.
Er verändert nicht die Vergangenheit.
Aber er verändert,
welche Rolle
sie noch spielt.
Wer neu beginnt,
trägt alles mit —
und geht trotzdem
in eine andere Richtung.