Panik
Panik übernimmt.
Nicht schrittweise, nicht ankündigend —
von einem Moment auf den nächsten
ist sie da, und alles andere nicht mehr.
Der Körper handelt ohne Auftrag.
Das Herz beschleunigt.
Die Hände werden kalt.
Der Atem findet keinen Rhythmus mehr.
Sie kennt keine Verhältnismäßigkeit.
Was sie auslöst, muss nicht groß sein.
Ein Gedanke, ein Geräusch, ein Moment —
und das System schaltet auf Alarm.
Panik und Angst sind verschieden.
Angst warnt, bereitet vor, bleibt beherrschbar.
Panik reißt die Kontrolle an sich —
und lässt keinen Verhandlungsspielraum.
In ihr gibt es nur Jetzt.
Keine Perspektive, keine Relativierung.
Was in ruhigen Momenten klein wäre,
füllt in der Panik den gesamten Raum.
Sie legt sich — fast immer.
Der Körper kann diesen Zustand nicht halten.
Irgendwann erschöpft er sich,
und die Welt bekommt wieder Proportionen.
Was bleibt, ist oft Erschöpfung.
Und manchmal eine stille Scham —
über das, was einen so weit gebracht hat.
Obwohl sie nichts davon verdient.
Wer Panik kennt —
die eigene, die unkontrollierbare —
weiß dass der Körper manchmal Alarm schlägt,
ohne dass die Gefahr seiner Reaktion entspricht.