Rastlosigkeit
Rastlosigkeit findet keinen Platz.
Nicht weil keiner da wäre —
sondern weil keiner
sich richtig anfühlt.
Sie zeigt sich selten still.
Manchmal als Drang, aufzustehen,
weiterzugehen, etwas zu beginnen —
ohne zu wissen, was.
Rastlosigkeit trägt mehr als Ungeduld.
Ungeduld wartet auf etwas Bestimmtes.
Rastlosigkeit sucht —
ohne zu wissen, wonach.
Sie richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal ist es ein inneres Kreisen,
das keinen Ausgang findet —
und deshalb weiterläuft.
In der Rastlosigkeit steckt Energie.
Ungerichtete —
die sich verbraucht,
ohne etwas zu bauen.
Sie lässt sich nicht wegbewegen.
Eher wie ein Signal,
das zeigt:
etwas stimmt noch nicht.
Rastlosigkeit lässt sich nicht überlisten.
Sie weicht dort,
wo man aufhört zu fliehen —
und fragt, was sie eigentlich will.
Sie verändert nicht, was fehlt.
Aber sie zeigt,
dass etwas fehlt —
bevor man es benennen kann.
Wer rastlos ist,
ist nicht unruhig ohne Grund.
Er sucht etwas,
das er noch nicht gefunden hat.