Resilienz

Resilienz wird oft missverstanden.
Als Fähigkeit, nicht zu brechen —
dabei geht es um etwas anderes:
das Zurückfinden, nachdem man es getan hat.

Sie zeigt sich selten im Moment der Krise.
Manchmal erst danach —
in dem, was man daraus gemacht hat,
ohne es geplant zu haben.

Resilienz trägt mehr als Stärke.
Stärke hält stand.
Resilienz geht durch —
und kommt verändert heraus.

Sie richtet sich nicht immer auf Großes.
Manchmal zeigt sie sich
in einem gewöhnlichen Tag,
der trotzdem weitergeht.

In der Resilienz liegt kein Triumph.
Eher ein stilles Weiterbestehen —
das nicht nach Anerkennung sucht,
weil es keine braucht.

Sie lässt sich nicht trainieren wie ein Muskel.
Eher wie eine Wurzel,
die tiefer wächst —
je mehr Sturm darüber geht.

Resilienz lässt sich nicht erzwingen.
Sie entsteht, wenn man gelernt hat,
dass Zusammenbrechen
nicht das Ende ist.

Sie verändert nicht, was war.
Aber sie verändert,
was man sich
zutraut zu tragen.

Wer resilient ist,
ist nicht unverwundbar.
Er weiß nur,
dass Wunden heilen können.

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