Ruhe

Ruhe ist kein Stillstand.
Sie entsteht dort,
wo Bewegung möglich bleibt —
und trotzdem nichts drängt.

Sie zeigt sich selten auf Bestellung.
Manchmal in einem Abend,
der keine Erwartung mehr hat —
und deshalb trägt.

Ruhe ist nicht dasselbe wie Erschöpfung.
Erschöpfung hat keine Kraft mehr.
Ruhe hat sie —
und braucht sie gerade nicht.

Sie richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal ist sie ein innerer Zustand,
der unabhängig bleibt —
von dem, was um ihn herum geschieht.

In der Ruhe entsteht Aufmerksamkeit.
Nicht die angespannte —
sondern eine, die wartet,
ohne zu suchen.

Sie lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Ankommen,
das geschieht,
wenn Widerstand nachlässt.

Ruhe lässt sich nicht festhalten.
Sie entsteht, wenn man aufhört,
sie herzustellen —
und ihr einfach Raum lässt.

Sie verändert nicht die Umstände.
Aber sie verändert,
wie viel davon
wirklich ankommt.

Wer ruhig ist,
ist nicht gleichgültig.
Er ist gegenwärtig —
ohne überwältigt zu werden.

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