Schmerz

Schmerz sucht keine Erlaubnis.
Er kommt,
wenn etwas getroffen wird,
das wirklich zählt.

Er zeigt sich selten nur körperlich.
Manchmal sitzt er tiefer —
in einem Wort, einem Schweigen,
einem Moment, der nicht vergessen will.

Schmerz entsteht nicht aus Schwäche.
Er entsteht aus Verbindung —
zu Menschen, zu Dingen,
zu dem, was man sich erhofft hatte.

Er richtet sich nicht immer auf einen Auslöser.
Manchmal ist er diffus,
ohne Quelle —
und gerade deshalb schwer zu fassen.

Im Schmerz wird Wahrnehmung schärfer.
Was sonst im Hintergrund bleibt,
tritt nach vorn —
und lässt sich nicht mehr übersehen.

Er lässt sich nicht wegdenken.
Eher wie ein Zustand,
der getragen werden will —
nicht überwältigt.

Schmerz lässt sich nicht abkürzen.
Er entsteht, wenn etwas berührt wurde,
das tief genug liegt,
um Zeit zu brauchen.

Er verändert nicht, was ihn ausgelöst hat.
Aber er verändert,
wie nah man dem ist,
was wirklich wichtig ist.

Wer Schmerz kennt,
weiß, dass er endet.
Nicht weil er verschwindet —
sondern weil man lernt, mit ihm zu gehen.

← Alle Zustände