Schwerelosigkeit

Schwerelosigkeit überrascht.
Sie kommt nicht wenn man sie ruft —
sondern in einem Moment,
in dem man aufgehört hat, schwer zu sein.

Sie zeigt sich manchmal nach langer Last.
Wenn etwas fällt,
das man so lange getragen hat,
dass man sein Gewicht vergessen hatte.

Wer schwerelos ist, schwebt nicht.
Er steht —
nur ohne das, was sonst
nach unten zieht.

Sie richtet sich nicht immer auf Freude.
Manchmal entsteht sie nach Tränen,
nach einem Gespräch, das alles gesagt hat —
nach dem Ende von etwas Langem.

In der Schwerelosigkeit atmet man anders.
Tiefer, weiter —
als hätte der Körper vergessen,
wie viel Raum er hat.

Sie lässt sich nicht festhalten.
Aber sie hinterlässt eine Erinnerung —
daran, wie es sich anfühlt,
wenn nichts mehr drückt.

Schwerelosigkeit dauert selten lang.
Doch wer sie kennt,
trägt sie weiter —
als Wissen, dass sie wiederkommen kann.

Wer sie gespürt hat,
weiß, worum es geht.
Nicht um das Fehlen von Schwere —
sondern um das Ankommen bei sich selbst.

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