Spielfreude
Spielfreude vergisst die Zeit.
Nicht weil man es beschlossen hätte —
sondern weil das, womit man beschäftigt ist,
wichtiger geworden ist als der Takt.
Sie braucht kein Spiel im wörtlichen Sinn.
Sie steckt in der Art, wie man eine Aufgabe angeht.
In dem Moment, wo Ernst
sich in Leichtigkeit verwandelt.
Spielfreude und Verspieltheit sind verwandt —
aber Verspieltheit ist eine Haltung.
Spielfreude ist ein Zustand —
das vollständige Aufgehen in einem Tun.
Sie macht besser.
Wer mit Spielfreude arbeitet,
findet Lösungen, die der Ernst
nie gefunden hätte.
Manchmal kommt sie durch andere.
Durch jemanden, der mitspielt,
der die Regeln vergisst,
der das Ergebnis weniger ernst nimmt als den Weg.
Manchmal kommt sie ganz allein.
In der Stille eines langen Nachmittags,
wenn niemand zuschaut
und man endlich so tun kann, wie man wirklich ist.
Sie lässt sich nicht befehlen.
Wer spielen soll, spielt nicht.
Sie entsteht, wenn der Druck nachlässt —
und der Raum sich öffnet für das, was möglich ist.
Wer Spielfreude kennt,
weiß dass die besten Momente
selten die geplanten sind —
sondern die, in denen man aufgehört hat, es richtig machen zu wollen.