Stärke
Stärke ist keine Härte.
Sie entsteht dort,
wo jemand trägt —
ohne zu brechen.
Sie zeigt sich selten im Spektakulären.
Manchmal in einem Tag,
der weitergemacht wurde —
obwohl er schwer war.
Stärke ist nicht dasselbe wie Kontrolle.
Kontrolle hält zusammen.
Stärke hält aus —
auch wenn vieles auseinanderfällt.
Sie richtet sich nicht immer nach außen.
Manchmal ist es die Stärke,
Hilfe anzunehmen —
ohne sich dafür zu verkleinern.
In der Stärke entsteht keine Unverwundbarkeit.
Sondern die Fähigkeit,
verwundet zu sein —
und trotzdem weiterzugehen.
Sie lässt sich nicht aufsetzen.
Eher wie ein Boden,
der sich zeigt,
wenn alles andere wegbricht.
Stärke lässt sich nicht beweisen.
Sie entsteht, wenn jemand
aufgehört hat,
sie demonstrieren zu müssen.
Sie verändert nicht die Last.
Aber sie verändert,
ob man unter ihr
oder mit ihr geht.
Wer wirklich stark ist,
weiß auch, wann er es nicht ist.
Das ist nicht Schwäche —
sondern der Kern von Stärke.