Stolz
Stolz hat einen schlechten Ruf.
Dabei ist nicht jeder Stolz Hochmut —
manchmal ist er das stille Wissen,
dass etwas gelungen ist.
Er zeigt sich selten ungetrübt.
Oft kommt er mit einem Zögern —
als dürfte man ihn
nicht ganz zulassen.
Stolz ist nicht dasselbe wie Eitelkeit.
Eitelkeit braucht Bewunderung.
Stolz entsteht innen —
und braucht keinen Zeugen.
Er richtet sich nicht immer auf Leistung.
Manchmal ist es der Stolz
auf eine Entscheidung,
die niemand außer einem selbst versteht.
Im Stolz entsteht ein Fundament.
Nicht aus Überlegenheit —
sondern aus dem Wissen,
dass man etwas trägt, das trägt.
Er lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie eine Anerkennung,
die man sich selbst gibt —
wenn man aufhört, sie zu verweigern.
Stolz lässt sich nicht dauerhaft festhalten.
Er entsteht in Momenten —
und hinterlässt etwas,
das länger bleibt als der Moment.
Er verändert nicht, was erreicht wurde.
Aber er verändert,
ob man es
als das eigene anerkennt.
Wer stolz sein kann,
ohne es zu verbergen,
hat gelernt,
sich selbst gerecht zu werden.