Tiefe
Tiefe lässt sich nicht messen.
Sie zeigt sich dort,
wo Oberfläche aufhört —
und etwas Weiteres beginnt.
Sie zeigt sich selten auf Anhieb.
Manchmal erst im zweiten Gespräch,
im dritten Blick,
im Moment, der nicht für sie geplant war.
Tiefe trägt mehr als Komplexität.
Komplexität hat viele Schichten.
Tiefe hat einen Grund —
der sich nur dem zeigt, der hinabgeht.
Sie richtet sich nicht immer auf Gedanken.
Manchmal ist es die Tiefe eines Gefühls,
einer Stille,
eines Moments, der mehr enthält als er zeigt.
In der Tiefe entsteht Resonanz.
Nicht mit jedem —
sondern mit dem, der bereit ist,
selbst in die Tiefe zu gehen.
Sie lässt sich nicht vortäuschen.
Eher wie ein Brunnen,
dessen Tiefe man erst spürt,
wenn man wirklich hineinhört.
Tiefe lässt sich nicht erzwingen.
Sie entsteht, wenn man aufhört,
an der Oberfläche
zu bleiben.
Sie verändert nicht, was da ist.
Aber sie verändert,
wie viel davon
wirklich gesehen wird.
Wer Tiefe kennt,
ist nicht schwierig.
Er braucht nur Gegenüber,
die nicht an der Oberfläche bleiben.