Trance

Trance ist kein Schlaf und keine Wachheit.
Sie liegt dazwischen —
in einem Raum, den der Verstand
nicht vollständig kartieren kann.

Sie kommt über Wiederholung.
Über Rhythmus, über Monotonie, über Bewegung.
Manchmal über absolute Stille.
Der Körper findet sie, wenn der Kopf aufhört zu suchen.

In der Trance verändert sich die Zeit.
Nicht langsamer, nicht schneller —
sie wird gleichgültig.
Was zählt, ist nur das Jetzt, das sich dehnt.

Sie ist nicht dasselbe wie Versunkenheit.
Versunkenheit geht in etwas hinein.
Trance geht nirgendwo hin.
Sie steht still — und alles andere auch.

Manche kennen sie vom Fahren auf langen Geraden.
Vom Laufen, wenn der Körper übernimmt.
Von Musik, die sich wiederholt bis sie verschwindet.
Der Auslöser ist beliebig. Der Zustand ist derselbe.

Was in der Trance entsteht, lässt sich schwer benennen.
Kein Gedanke, der greift.
Kein Gefühl, das drängt.
Nur ein Dasein, das sich selbst genug ist.

Sie lässt sich nicht herbeiführen durch Willen.
Wer sie erzwingen will, verliert sie.
Sie braucht Bereitschaft —
das leise Einverständnis, loszulassen.

Wer die Trance kennt,
weiß dass es Zustände gibt, in denen der Mensch
mehr ist als seine Gedanken —
und weniger als er glaubt sein zu müssen.

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