Übergang
Übergang ist kein Moment, sondern eine Bewegung.
Er beginnt dort, wo das Alte noch wirkt und das Neue noch nicht trägt.
Übergänge sind oft unscheinbar. Sie kündigen sich nicht an.
Sie zeigen sich in kleinen Verschiebungen: im Tonfall, im Tempo, im Blick.
Im Übergang verliert das Gewohnte seine Selbstverständlichkeit.
Was bisher getragen hat, wird leichter.
Was kommen will, ist noch ohne Form.
Viele versuchen, Übergänge zu verkürzen.
Sie suchen nach Klarheit, nach Entscheidungen, nach Abschluss.
Doch Übergänge lassen sich nicht beschleunigen.
Sie brauchen Zeit, weil sie Orientierung neu ordnen.
Nicht nach außen – sondern nach innen.
Übergang ist der Raum, in dem nichts feststeht
und genau darin liegt seine Kraft.
Wer ihn aushält, merkt:
Veränderung geschieht nicht im Bruch,
sondern im Dazwischen.