Ursprung

Ursprung ist nicht der Anfang.
Er ist das, wohin man zurückkehrt —
wenn alles Angehäufte
abgefallen ist.

Er zeigt sich selten auf Nachfrage.
Manchmal in einem Moment tiefer Stille,
in dem man sich selbst begegnet —
ohne Rolle, ohne Erwartung.

Wer den Ursprung sucht,
sucht nicht die Vergangenheit.
Er sucht den Kern —
der durch alle Veränderung hindurch derselbe blieb.

Er richtet sich nicht auf ein Ereignis.
Manchmal ist er ein Gefühl —
das sagt: hier.
Das bin ich wirklich.

Im Ursprung liegt keine Nostalgie.
Eher eine Verlässlichkeit —
etwas, das nicht erst entstehen muss,
weil es immer schon da war.

Er lässt sich nicht konstruieren.
Er zeigt sich, wenn der Lärm nachlässt —
und das, was darunter liegt,
wieder hörbar wird.

Ursprung ist kein Zustand der Schwäche.
Wer ihn kennt,
kann sich weit bewegen —
weil er weiß, wohin er zurückfindet.

Wer seinen Ursprung berührt hat,
braucht weniger Bestätigung von außen.
Er trägt etwas in sich,
das älter ist als jede Meinung über ihn.

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