Versunkenheit

Versunkenheit geschieht ohne Absicht.
Man ist noch da —
und gleichzeitig
ganz woanders.

Sie zeigt sich in der Arbeit, die fließt.
Im Buch, das die Zeit vergessen lässt.
Im Gedanken, der so tief geht,
dass der Raum um einen herum verschwindet.

Wer versunken ist, sucht nicht.
Er hat gefunden —
ohne zu wissen wonach,
und ohne es festhalten zu wollen.

Sie richtet sich nicht immer auf Schönes.
Manchmal versinkt man in Schwere,
in Erinnerung, in einem Schmerz —
der einen nicht loslässt.

In der Versunkenheit verliert Außen seine Dringlichkeit.
Was wartete, wartet weiter.
Was drängte,
hat keinen Zugang mehr.

Sie lässt sich nicht herbeirufen.
Eher wie ein Zustand,
der sich einstellt —
wenn Aufmerksamkeit tief genug wird.

Versunkenheit ist kein Verlust der Wirklichkeit.
Sie ist eine andere Art, in ihr zu sein —
vollständiger,
als Oberfläche es erlaubt.

Wer sie kennt,
schützt die Momente, in denen sie kommt.
Weil er weiß, wie selten
man so ganz woanders sein kann.

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