Vertrauen

Vertrauen ist keine Entscheidung.
Es entsteht dort,
wo Erfahrung sich wiederholt —
und hält, was sie verspricht.

Es zeigt sich selten laut.
Manchmal in einer Geste,
die keine Erklärung braucht —
weil sie schon trägt.

Vertrauen ist nicht dasselbe wie Hoffnung.
Hoffnung wartet auf Bestätigung.
Vertrauen handelt bereits —
bevor sie eintrifft.

Es richtet sich nicht immer auf andere.
Manchmal ist es das Vertrauen
in das Eigene:
in Urteil, Gefühl, Richtung.

Im Vertrauen entsteht Beweglichkeit.
Wer vertraut, muss nicht alles wissen.
Er muss nicht jeden Schritt
im Voraus sehen.

Es lässt sich nicht erzwingen.
Eher wie ein Boden,
der sich zeigt —
wenn man aufhört, ihn zu prüfen.

Vertrauen lässt sich nicht einfordern.
Es entsteht, wenn Worte
und Handlungen
dieselbe Sprache sprechen.

Es verändert nicht die Umstände.
Aber es verändert,
wie man sich
in ihnen bewegt.

Wer vertraut,
ist nicht naiv.
Er hat sich entschieden,
offen zu bleiben — trotz allem.

← Alle Zustände