Verzauberung

Verzauberung trifft ohne Vorwarnung.
Ein Moment, ein Mensch, ein Licht —
und plötzlich ist die Welt
ein anderes Format.

Sie hat nichts mit Naivität zu tun.
Wer verzaubert ist, sieht klar —
nur anders.
Als wäre ein Filter weggefallen.

Wer verzaubert ist, fragt nicht warum.
Er ist einfach da —
in einem Zustand,
den Erklärungen nur verkleinern würden.

Sie richtet sich nicht immer auf Außergewöhnliches.
Manchmal verzaubert das Gewöhnliche —
ein Straßenlicht im Regen,
ein Gesicht, das lacht ohne Grund.

In der Verzauberung entsteht Großzügigkeit.
Gegenüber der Welt,
gegenüber anderen —
gegenüber sich selbst.

Sie weicht der Analyse.
Wer zu genau hinschaut,
bricht den Bann —
und steht wieder im Gewöhnlichen.

Verzauberung hinterlässt eine Ahnung.
Dass die Welt mehr enthält
als das, was sich
erklären lässt.

Wer sie kennt,
hält Ausschau —
nicht nach dem Besonderen,
sondern nach dem Moment, in dem alles besonders wird.

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