Wärme
Wärme als Zustand hat keine Temperatur.
Sie liegt tiefer —
in der Art, wie ein Moment sich anfühlt,
wenn man wirklich angekommen ist.
Sie breitet sich aus.
Vom Zentrum nach außen, langsam.
Wie Licht, das nicht blendet —
das einfach da ist und trägt.
Manchmal kommt sie durch Menschen.
Durch einen Blick, der hält.
Durch das Schweigen von jemandem,
der nicht gehen will.
Manchmal kommt sie ganz allein.
An einem Abend, der sich rundet.
Wenn das, was war, und das, was ist,
sich ohne Reibung berühren.
Wärme macht nicht übermütig.
Sie beruhigt — aber nicht in Richtung Gleichgültigkeit.
Sie beruhigt in Richtung Ja.
Ein stilles Einverständnis mit dem, was ist.
Sie zeigt sich in Gesten, die niemand plant.
In einem Satz, der einfach kam.
In dem Moment, wo man aufgehört hat
zu überlegen, was man jetzt tun sollte.
Sie lässt sich nicht einfordern.
Wer nach ihr sucht, findet Sehnsucht.
Sie entsteht von selbst —
wenn die Bedingungen stimmen und man es zulässt.
Wer Wärme kennt — die innere, die echte —
weiß dass es einen Unterschied gibt
zwischen einem Leben, das funktioniert,
und einem, das sich anfühlt.