Weichheit
Weichheit ist kein Mangel an Stärke.
Sie ist eine andere Art von ihr —
eine, die nicht kämpft,
sondern nachgibt, um zu halten.
Sie zeigt sich im Körper.
In Schultern, die nicht mehr hochgezogen sind.
In Händen, die nichts festhalten müssen.
In einem Gesicht, das aufgehört hat, sich zu schützen.
Weichheit entsteht, wenn Sicherheit da ist.
Wenn man nicht auf der Hut sein muss —
wenn der Moment, der Ort, der Mensch
es erlaubt, die Rüstung abzulegen.
Sie ist nicht dasselbe wie Schwäche.
Schwäche hat keine Wahl.
Weichheit ist eine Entscheidung —
das Zulassen von dem, was sonst ferngehalten wird.
Manchmal kommt sie durch Erschöpfung.
Wenn man zu lange hart war
und der Körper aufhört,
die Spannung aufrechtzuerhalten.
Manchmal kommt sie durch Vertrauen.
Durch jemanden, bei dem man sich fallen lassen kann.
Durch einen Moment, der so sicher ist,
dass Weichheit sich traut zu zeigen.
Sie lässt sich nicht befehlen.
Wer sich zwingt, weich zu sein,
bleibt hart darunter.
Sie kommt, wenn der Grund dafür da ist.
Wer Weichheit kennt —
die eigene, die zugelassene —
weiß dass sie keine Gefährdung ist,
sondern das Zeichen, dass man angekommen ist.